Ärzte Zeitung, 23.12.2008
 

Wenn die Prämie kommt: Jeder Dritte wechselt

Eine zentrale Frage für die Krankenkassen ist die mögliche Versichertenreaktion, wenn eine Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Eine Repräsentativumfrage im Auftrag des BKK-Bundesverbandes gibt Auskunft über Reaktionsmuster. Im Durchschnitt würden 35 Prozent der Versicherten sicher oder wahrscheinlich die Kasse wechseln.

Je nach Kasse ist die Wechselneigung aber sehr unterschiedlich. Mit 47 Prozent ist die Wechselneigung unter den BKK-Versicherten am höchsten. Grund dafür ist die geringe Kundenbindung an die Kasse.

Denn die Kundenbindung hängt wesentlich von der Dauer der Mitgliedschaft ab. Befragte, die weniger als zwei Jahre in einer Kasse waren, halten einen abermaligen Wechsel für sehr wahrscheinlich - bei Versicherten, die länger als fünf Jahre bei einer Kasse sind, erwägen nur 33 Prozent einen Wechsel.

Wirklich wechselresistent sind nur noch 30 Prozent der Versicherten, 16 Prozent halten einen Wechsel für unwahrscheinlich. Als ambivalent gilt ein Fünftel der Versicherten.

Da sich die Erhebung eines Zusatzbeitrags nicht sicher vermeiden lässt, müssen Kassen heute schon an ihrer Kundenbindung arbeiten. Ob dies gelingt, hängt entscheidend von der Leistungspolitik einer Kasse und dem Service für die Versicherten ab. Das Wechselrisiko kann so signifikant gemindert werden. (HL)

Lesen Sie dazu auch:
Regiert nun der Rotstift? Was ist Taktik, was Strategie?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »