Ärzte Zeitung, 20.01.2009

Sachsen fordert neue Zulassungen fürs Medizin-Studium

DRESDEN (tra). Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (CDU) fordert neue Zugangsbedingungen für das Medizin-Studium, damit nicht nur Einser-Abiturienten zugelassen werden. Auch soll zielgenauer für den Arbeitsmarkt ausgebildet werden.

"Wenn lediglich 50 Prozent unserer Medizinstudium-Absolventen auch tatsächlich als Arzt arbeiten wollen, muss die Frage erlaubt sein, ob es wirklich noch zeitgemäß ist, allein den Notendurchschnitt entscheiden zu lassen", sagte die Ministerin in Dresden. Es sei ein Irrglaube, dass nur ein Einser-Abiturient auch ein guter Arzt werde. "Wäre es nicht viel richtiger zu fragen, ob ein Abiturient Talent, ausreichend Idealismus oder eine einschlägige Vorbildung für einen solchen schwierigen Beruf mitbringt?", so die Ministerin.

Stange will in den kommenden Monaten bei ihren Länderkollegen für eine Reform des Medizinstudiums werben. Zu überlegen sei, einen Bachelor- oder Masterabschluss auf den Weg zu bringen. Es sei auch vorstellbar, die medizinische Grundausbildung mit einer vertiefenden biologischen oder ingenieurtechnischen Ausbildung zu verknüpfen, um eine zielgenauere Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, hieß es.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17787)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »