Ärzte Zeitung, 19.02.2009

"Wir KVen wollen Teilnehmer des Vertragswettbewerbs sein"

Thüringens KV-Chefin Regina Feldmann wirbt für die KVen bei 73b-Verträgen

WEIMAR / NEU-ISENBURG (bee). Noch haben die Krankenkassen in Thüringen keinen Hausarztvertrag nach SGB V 73b ausgeschrieben. Die Vorsitzende der KV Thüringen, Regina Feldmann, spricht sich in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" für die KV als Mitspieler im Wettbewerb aus.

Hoher bürokratischer Aufwand bei Hausarztverträgen: KV-Chefin Regina Feldmann

Foto: Schulten

"Wir als KV wollen Teilnehmer des Wettbewerbs sein. Wir KVen können auch gute Verträge anbieten", so Feldmanns Botschaft. Für die Allgemeinmedizinerin stellt sich die Frage, wie die möglicherweise hohe Zahl an verschiedenen Verträgen gerade in einer Hausarztpraxis abgewickelt werden sollen. "Der bürokratische Aufwand in der Praxis wird durch die Verträge immer höher."

Feldmann sieht sich dabei auch von den Hausärzten in Thüringen unterstützt: "Sie haben eindeutig gesagt, dass sie sich vom Hausärzteverband und von der KV vertreten lassen wollen." Aus den hohen Zufriedenheitswerten der Thüringer Ärzte mit ihrer KV leitet sie ab, dass die KVen in den Vertragswettbewerb einbezogen werden sollten.

Bisher haben die Kassen in Thüringen noch keine Verträge nach Paragraph 73b ausgeschrieben.  Die AOKPlus plant dies in Thüringen und Sachsen für Mitte des Jahres.

KV und Thüringer Hausärzteverband arbeiten inzwischen an einem eigenen Vertragskonzept mit verschiedenen Modulen. "Die Module betreffen verschiedene qualitative Stufen der Hausarztversorgung", so Feldmann. Zu diesen Modulen soll zum einen eine Optimierung der Praxisorganisation gehören. Zu einem zweiten Modul würde die Umsetzung von leitliniengerechten Therapien zählen, in der auch Einsparungen im Bereich der Arzneimittel geplant sind. Bestandteil des dritten Moduls sollen spezielle Leistungen wie zum Beispiel die Heim-Betreuung sein. "Eine bessere Patientenversorgung ist dabei nur erreichbar, wenn über diese Module auch die Fachärzte einbezogen werden", sagt Feldmann der "Ärzte Zeitung".

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