Ärzte Zeitung online, 05.02.2009

Kinderärzte sehen sich bei Hausarztsystem ausgebootet

BERLIN (dpa). Die rund 5700 niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte fürchten um ihre Zukunft. "Wir machen uns große Sorgen um den Bestand unseres Fachgebiets im Bereich der primären Versorgung", sagte ihr Verbandspräsident Wolfram Hartmann der am Donnerstag erscheinenden "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Das Bundesgesundheitsministerium setze ganz auf eine hausarztzentrierte Versorgung. "Die Krankenkassen schließen in zunehmendem Maße aufgrund der aktuellen Gesetzgebung mit den Allgemeinärzten Verträge ab, die auch die komplette Versorgung von Kindern und Jugendlichen umfassen."

Dadurch sei eine Versorgung durch entsprechend weitergebildete Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin gefährdet, und die Behandlung werde teurer. So zeigten Untersuchungen in Nachbarländern ohne primäre Versorgung durch Kinder- und Jugendärzte, dass Hausärzte ohne entsprechende Weiterbildung mehr Medikamente ohne Zulassung für Kinder verordneten, dass Diagnosen teilweise verzögert gestellt und Therapien nicht rechtzeitig eingeleitet würden.

Lesen Sie dazu auch:
Bayerns Hausärzte bieten Kinderärzten Beitritt zum Hausarztvertrag an

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