Ärzte Zeitung, 27.02.2009

Berliner schicken Kinder selten zur U8

Unterschiede bei sozialer Herkunft / Senat will verbindliche Einladungen versenden

BERLIN (ami). Berliner Familien nutzen die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder nur unzureichend. Das zeigt die neueste Auswertung der Einschulungsuntersuchungen durch die Senatsgesundheitsverwaltung.

Vierjährige kommen in Berlin selten zum Pädiater.

Foto: Lohnes/ddp

Die vollständige Reihe der Untersuchungen U1 bis U8 haben nur gut drei Viertel der Berliner Schulanfänger im Jahr 2007 durchlaufen. Vor allem die U8 im Alter von dreieinhalb bis vier Jahren wird selten genutzt. Bis zur U6 liegen die Teilnahmequoten noch über 90 Prozent. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede nach Herkunft und sozialem Status. Nur etwa zwei Drittel der Kinder aus der unteren sozialen Schicht und nur gut die Hälfte der Kinder arabischer Herkunft werden bei allen Vorsorgeuntersuchungen vorgestellt.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) will, dass möglichst alle Kinder die Untersuchungen vollständig wahrnehmen. Dazu setzt sie auf ein verbindliches Einladewesen. Der Senat hat bereits einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen, der jetzt ins Abgeordnetenhaus eingebracht werden soll. "Ich hoffe auf eine zügige Verabschiedung", so Lompscher.

Die Einschulungsuntersuchungen bestätigten zudem, dass Übergewicht bei Schulanfängern ein hartnäckiges Problem darstellt. Zwölf Prozent der untersuchten Kinder galten als übergewichtig. Das waren in etwa so viele wie im Vorjahr. Verbessert hat sich aber die Körperkoordination der Kinder. 73 Prozent wiesen 2007 eine gute Koordination auf. 2005 waren es 68 Prozent. Damals hatte die Gesundheitskonferenz des Landes Maßnahmen für mehr Bewegung, gesundes Essen und Sprachförderung bei Vorschulkindern beschlossen. Für den Bereich "sprachliche Entwicklung" meldet die Senatsgesundheitsverwaltung schwankende Ergebnisse.

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