Ärzte Zeitung online, 05.03.2009

CSU will Honorarsystem abschaffen

MÜNCHEN (dpa). Die CSU will angesichts der Ärzteproteste gegen die Honorarreform das seit 1955 in Deutschland existierende Honorarsystem abschaffen.

Die bisherige Verteilung fixer Honorare durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wolle er durch eine frei ausgehandelte Gebührenordnung ersetzen, nach der die Ärzte mit den Krankenkassen abrechnen könnten, sagte der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) der am Donnerstag erscheinenden "Süddeutschen Zeitung". Damit würden die KVen auch ihren Status als öffentlich-rechtliche Körperschaft verlieren, was zugleich das "Ende der Zwangsmitgliedschaft" der Ärzte bedeutete.

Auch CSU-Chef Horst Seehofer unterstütze seinen Vorstoß, sagte Söder. Die Initiative Bayerns im Bundesrat, die seit Jahresbeginn geltende Honorarreform außer Kraft zu setzen, sei nur als Übergangslösung gedacht. Die CSU strebe eine völlige Neuordnung im Honorarbereich an und setze auf freiberuflich tätige Ärzte. Die KVen könnten weiter existieren als "Dienstleister der Ärzte". "Sie können auch wie eine Gewerkschaft weiter für die Ärzte verhandeln, nicht aber als Zwangsinstitution", sagte Söder. Zur Umsetzung des Vorschlags setzt er auf eine schwarz-gelbe Regierungsmehrheit nach der Bundestagswahl.

Lesen Sie dazu auch:
Bayern plant die Zerschlagung des KV-Monopols

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

12:58Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »