Ärzte Zeitung online, 19.05.2009

112. Deutscher Ärztetag in Mainz hat begonnen

MAINZ (dpa). Begleitet von Protesten aufgebrachter Mediziner hat der 112. Deutsche Ärztetag am Dienstag in Mainz begonnen. Auf ihrer Hauptversammlung will sich die Bundesärztekammer gegen den Spardruck im Gesundheitswesen wehren. Demonstranten in weißen Kitteln empfingen die rund 1200 Gäste mit Plakaten, auf denen sie "Zwei-Klassen-Medizin" in der "Gesundheitsindustrie" kritisierten.

Die Ärzte sehen sich als Leidtragende knapper Mittel. Nach Ansicht von Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe kann bereits heute nicht allen gesetzlich Versicherten die volle Leistung erbracht werden. Erstmals in ihrer Amtszeit nimmt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nicht am Ärztetag teil, weil sie eine internationale Konferenz zur Schweinegrippe besucht. Bis Freitag stehen noch Patientenrechte sowie die Versorgung Behinderter auf der Tagesordnung.

Der Vizepräsident der Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, warf der Politik vor, die Patienten über "die dramatische Lage" hinwegzutäuschen. "Der Kern des Problems ist die Unterfinanzierung", sagte er dem TV-Sender N24. Die Barmer Ersatzkasse warnte hingegen vor einer Überdehnung des Gesundheitssystems. "Bevor nach mehr Geld für medizinische Behandlung oder gar einer Abstaffelung von Leistungen gerufen wird, sollten die Ärzte über eine Entrümpelung des Systems diskutieren", sagte Kassenchef Johannes Vöcking dem "Hamburger Abendblatt" (Mittwochsausgabe).

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