Ärzte Zeitung, 21.07.2009

Kommentar

Weniger Lärm, mehr Sachlichkeit!

Von Florian Staeck

Wenn im politischen Streit statt des Floretts der Degen verwendet wird, ist zwar Aufmerksamkeit garantiert, doch die Sache selbst kann Schaden nehmen. Genau dies droht im aktuellen Streit um die Auslegung der Aut-idem-Regel zwischen Arzneimittelherstellern und der AOK. Im Kern dreht sich der Streit um den Austausch eines Präparats auch dann, wenn nicht alle Anwendungsgebiete im Vergleich zum Originalpräparat im Beipackzettel aufgeführt sind.

Alle namhaften Arzneimittel-Hersteller sehen unisono die "Therapiesicherheit gefährdet". Der zuständige AOK-Vertreter reitet postwendend die Gegenattacke und spricht von "unnötiger Panikmache der Pharmalobby".

Allen Akteuren sei geraten, die Lautstärke des Konflikts herunterzudrehen. Fakt ist, dass Rabattverträge mittlerweile ein gesetzlich mögliches und wirtschaftlich unverzichtbares Mittel der Krankenkassen zur Kostensteuerung sind.

Tatsache ist auch, dass die Akzeptanz des Austauschs bei Ärzten und Patienten die Voraussetzung ist, damit dieses Instrument funktioniert. Mehr Sachlichkeit auf beiden Seiten und präzise Informationen für Ärzte darüber, in welchen Fällen ein Austausch therapierelevante Probleme nach sich ziehen kann, wären das Gebot der Stunde.

Lesen Sie dazu auch:
Hersteller fürchten Dammbruch bei Aut-idem-Regelung
Pharmafirmen geißeln Sparpläne der Kassen

 

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