Ärzte Zeitung online, 30.07.2009

Ärzte: Kinderschutz vor Datenschutz

MÜNSTER (dpa). Im Zusammenhang mit dem Fall der jahrelang versteckten 13-Jährigen aus Brandenburg haben Ärztevertreter eine einfachere Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Jugendämtern verlangt. Die engen Fesseln der ärztlichen Schweigepflicht müssten bei Hinweisen auf eine Gefährdung des Kindeswohls gelockert werden, forderte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, am Donnerstag in Münster.

Es gelte eine einfache Regel: "Kinderschutz geht vor Datenschutz". Auch die Kooperation unter Ärzten dürfe nicht blockiert werden. Nur so könne das "Ärzte-Hopping" verhindert werden. Nach der Erfahrung von Medizinern wechseln Eltern oft den Arzt, wenn ein Verdacht auf Misshandlung des Kindes aufkommt.

Lesen Sie auch:
Ärzte im Kampf gegen häusliche Gewalt gefragt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »