Ärzte Zeitung online, 30.07.2009

Ärzte: Kinderschutz vor Datenschutz

MÜNSTER (dpa). Im Zusammenhang mit dem Fall der jahrelang versteckten 13-Jährigen aus Brandenburg haben Ärztevertreter eine einfachere Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Jugendämtern verlangt. Die engen Fesseln der ärztlichen Schweigepflicht müssten bei Hinweisen auf eine Gefährdung des Kindeswohls gelockert werden, forderte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, am Donnerstag in Münster.

Es gelte eine einfache Regel: "Kinderschutz geht vor Datenschutz". Auch die Kooperation unter Ärzten dürfe nicht blockiert werden. Nur so könne das "Ärzte-Hopping" verhindert werden. Nach der Erfahrung von Medizinern wechseln Eltern oft den Arzt, wenn ein Verdacht auf Misshandlung des Kindes aufkommt.

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