Ärzte Zeitung online, 24.08.2009

Hoher Qualitätsstandard bei Koloskopie in Westfalen-Lippe

KÖLN (iss). In der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erreichen Ärzte, die eine Genehmigung für die Koloskopie haben, einen hohen Qualitätsstandard. Im vergangenen Jahr haben alle überprüften Ärzte die erforderlichen Frequenzen erbracht, nur bei den wenigsten gab es Mängel in der Dokumentation.

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Foto: Klaro

Das zeigt der "Jahresbericht 2008 - Qualitätssicherung Qualitätsmanagement" der KVWL.

Die KVWL hat 2008 bei 152 der 375 koloskopierenden Ärzte die Frequenzen überprüft. Alle konnten mindestens 200 mängelfreie totale Koloskopien nachweisen und mindestens zehn mängelfreie Polypektomien. Lediglich bei sieben Ärzten waren Nachforderungen erforderlich. Die KVWL hat bei den Medizinern auch die Dokumentation von 20 totalen Koloskopien und fünf Polypektomien geprüft. Die Prüfer fanden bei 6,5 Prozent der Dokumentationen Mängel. Die betroffenen Ärzte haben zwölf Monate Zeit, sie zu beseitigen.

"Auch die Ergebnisse der Hygieneüberprüfung belegen eine überdurchschnittlich gute Hygienequalität in den Koloskopie-Einrichtungen", heißt es in dem Bericht. Bei den halbjährlichen hygienisch-mikrobiologischen Prüfungen waren 350 der 375 Ärzte ohne Beanstandung geblieben.

Für konventionelle radiologische Untersuchungen erfolgten 2008 insgesamt 150 Stichprobenprüfungen nach der Qualitätssicherungs-Richtlinie. Dabei hatten die Prüfer bei 48 Verfahren keine Beanstandungen, bei 87 geringe Beanstandungen. Bei acht Ärzten endeten die Prüfungen der KVWL mit erheblichen Beanstandungen, bei sieben mit schwerwiegenden.

Die 13 Stichproben-Verfahren bei kernspintomographischen Untersuchungen blieben bei je fünf Ärzten ohne oder mit geringen Beanstandungen, bei zwei Ärzten gab es erhebliche und bei einem schwerwiegende Beanstandungen. Ärzte, die ohne Beanstandung bleiben, sind nach Angaben der KVWL drei Jahre lang von einer weiteren Teilnahme an der Qualitätsprüfung befreit.

Deutliche Qualitätsverbesserungen verzeichnet die KVWL bei Medizinern, die sonographische Untersuchungen der Säuglingshüfte abrechnen. Hier hatten im Jahr 2007 die Prüfverfahren bei 91 Prozent der Dokumentationen Mängel ergeben, unter anderem in der Winkelmessung, beim erforderlichen Abbildungsmaßstab oder der Brauchbarkeitsprüfung nach Graf (wir berichteten). Die daraufhin von der KVWL angebotenen Informationsveranstaltungen und persönlichen Beratungsgespräche zeigten Erfolg. Die Quote der Verfahren, die eine sachgerechte Qualität ergaben, erhöhte sich von neun auf fast 40 Prozent. "Gleichzeitig konnte die Zahl der Ärzte, denen die Genehmigung hätte widerrufen werden müssen, von 43,7 Prozent (2007) auf 15,9 Prozent (2008) gesenkt werden ."

Von 95 Ärzten, bei denen die Dokumentation der Mammographie geprüft wurde, erfüllten im vergangenen Jahr 90 die Anforderungen. Die KVWL bietet Ärzten für die Mammographie ein Online-Übungsprogramm an, mit dem sie die diagnostische Sicherheit bei der Befundung selbst überprüfen können. Die bundesweite positive Resonanz zeige, dass es Bedarf für ein solches Angebot gebe, sagt Dr. Carl-August Stuckenholz, der das Online-Erfahrungstraining entwickelt hat. "Wir wollen unser Programm auf andere Bereiche ausdehnen, zum Beispiel auf die Skelettdiagnostik", so Stuckenholz.

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