Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

Gesundheitseckpfeiler für die neue Regierung

STUTTGART (eb). Die Privatärztliche Verrechnungsstelle BW (PVS) hat Eckpfeiler für ein "gesundes Gesundheitssystem" entwickelt. An ihnen soll sich nach den Wahlen am 27. September die neue Bundesregierung messen lassen müssen.

"Es ist höchste Zeit, dass die neu gewählte Regierung unser Gesundheitswesen endlich auf gesunde Füße stellt, um die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung auch in Zukunft zu sichern. Hierzu wird es unumgänglich sein, ein paar alte Zöpfe abzuschneiden und den heutigen Realitäten Rechnung zu tragen", sagte PVS-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Weinert bei der Vorstellung der Eckpfeiler.

Die PVS fordert unter anderem eine offene Diskussion über die Priorisierung ärztlicher Leistungen, "wenn nicht mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die mangelnde Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in vielen Bereichen zu beseitigen". Zudem fordert die Privatärztliche Verrechnungsstelle den Erhalt und die Modernisierung des zweigleisigen Krankenversicherungssystems, bestehend aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Nur der Wettbewerb zwischen diesen Systemen gewährleiste, dass die Versorgungsqualität der Patienten weitgehend erhalten und die medizinische Innovationskraft nach wie vor gesichert bleibe.

In dem Eckpfeiler-Katalog der PVS steht aber auch der Wunsch nach "mehr Flexibilität" bei den Versorgungsformen durch eine Abkehr von kollektivvertraglicher Regelversorgung und mehr selektive Einzel- und Gruppenverträge. Gefordert wird außerdem eine Überarbeitung der Gebührenordnung, "die das ärztliche Honorar durch differenziertere Steuerungsmöglichkeiten besser an die tatsächlichen Leistungen der Ärzte und deren wirtschaftliche Situation anpasst". Der Wert der eigentlichen ärztlichen Leistung müsse wieder stärker berücksichtigt werden.

"Eine neue Bundesregierung, egal in welcher Konstellation, wird sich auch daran messen lassen müssen, wie sie mit diesen für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung essenziellen Themen umgeht", so Weinert.

www.pvs-bw.de

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