Ärzte Zeitung, 31.08.2009

Marburger Bund warnt vor Zwei-Klassen-Medizin

BERLIN (eb). In einem Positionspapier zur Bundestagswahl spricht sich der Marburger Bund (MB) strikt gegen eine Zwei-Klassen-Medizin aus. "Ärztliche Hilfe darf nicht vom Geldbeutel abhängen und auch nicht vom Versichertenstatus", heißt es in dem Zehn-Punkte-Papier.

In der Medizin müsse die Behandlung eines jeden Patienten fachlich immer auf der Höhe der Zeit erfolgen. Gleichzeitig lehnt der MB eine staatliche Einheitskasse zu Lasten der privaten Krankenversicherung ab. Außerdem fordert die Ärztegewerkschaft: "Es muss transparent sein, wenn Leistungen nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen abgedeckt werden und wofür Versicherte stattdessen in eigener Entscheidung zusätzlich privat vorsorgen sollten.

Die Politik kann sich der Aufgabe nicht entziehen, den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung zumindest in seinen Grundzügen zu bestimmen und zu verantworten." Laut MB leidet die gesundheitliche Versorgung derzeit unter dem Widerspruch, dass die medizinischen Möglichkeiten schneller wachsen als die Bereitschaft, dafür finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[31.08.2009, 17:11:10]
Uwe Schneider 
Hehres Ziel, schwierige Umsetzung ...
Heres Ziel, dass der MB hier postuliert. Aber wie soll eine 2-Klassen-Medizin vermieden werden, wenn vermehrt private, finanzielle Vorsorge im Sinne einer Privatversicherung gefordert wird, was der MB zumindest nicht ausschließen will? Diese Zusatzversicherung werden sich viele Bundesbürger nicht leisten können. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Der Trend zur Knieprothese

Bundesweit werden immer mehr künstliche Kniegelenke eingesetzt - zunehmend auch bei Jüngeren. Medizinisch erklärbar sei der Trend nicht, so die Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren vermuten finanzielle Gründe dahinter und geben Ärzten Tipps. mehr »

Sieben Forderungen sollen Modelprojekt ARMIN voran bringen

Bereits seit 2014 läuft die Arzneimittelinitiative "ARMIN" in Sachsen und Thüringen. Die Beteiligten des Modellprojekts haben jetzt Bilanz gezogen und sieben Forderungen an die Politik übergeben. mehr »