Ärzte Zeitung online, 31.08.2009

Ärzte bestreiken Klinik in Hamburg

HAMBURG (di). Der Marburger Bund bestreikt nach erfolglosen Tarifverhandlungen ein Hamburger Krankenhaus - der Arbeitgeber hält dies für unverhältnismäßig.

Schon seit Jahren versucht der MB am Bethesda Allgemeinen Krankenhaus Bergedorf (BAKB) mit dem Arbeitgeber zu einem Tarifabschluss zu kommen. Nach verschiedenen Anläufen und einem Wechsel vom Krankenhausarbeitgeberverband in den Verband kirchlicher und diakonischer Anstellungsträger arbeiten die Ärzte am BAKB unter den Bedingungen des Kirchlichen Tarifvertrages Diakonie.

Der Marburger Bund sieht darin die Interessen der Ärzte nicht ausreichend berücksichtigt. Hamburgs MB-Chef Dr. Frank Ulrich Montgomery wirft dem Arbeitgeber Taktiererei zu Lasten der Ärzte vor. "Es ging immer darum, schlechtere Gehälter zu zahlen und schlechtere Arbeitsbedingungen zu bieten", sagte Montgomery. Er fordert einen arztspezifischen Tarifvertrag nach Vorbild anderer Krankenhäuser in der Hansestadt. Die Klinikgeschäftsführung hält Vergütung und Arbeitsbedingungen am BAKB dagegen für "konkurrenzfähig im Verhältnis zu den Bedingungen anderer Hamburger Krankenhäuser."

Der einwöchige Streik wurde von 82 Prozent der Ärzte am BAKB beschlossen. Der Versuch des Krankenhauses, den Streik über eine einstweilige Verfügung zu verhindern, scheiterte. Beide Seiten betonten ihre Gesprächsbereitschaft.

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