Ärzte Zeitung online, 02.09.2009

Montgomery: Prämien für Patienten "Bestechung"

BERLIN (dpa). Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat die Krankenhäuser wegen Prämienzahlungen für die Einweisung von Patienten kritisiert. "Das kann man Bestechung nennen", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch). Er schätze, dass nur 70 bis 80 Prozent der Überweisungen nicht zu beanstanden seien. Der Rest bewege sich in einer Grauzone.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft machte dagegen die Ärzte für die umstrittene Praxis verantwortlich. "Es sind vor allem die Ärzte, die im Verbund organisiert an Kliniken herantreten und gemeinsam Forderungen stellen", sagte ihr Präsident Rudolf Kösters der Zeitung. Bereits vor Jahren habe man bei den Kliniken darüber nachgedacht, die "schwarzen Schafe" bei den Ärzten zumindest mit Fachrichtung und Wohnort zu nennen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte ein Ende von Prämienzahlungen von Kliniken an Ärzte für die Einweisung ihrer Patienten gefordert. Derartige Praktiken sollten durch die Kammern, die Kassenärztliche Vereinigungen und die Berufsverbände so schnell wie möglich abgestellt werden.

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