Ärzte Zeitung online, 04.09.2009

SPD-Experte Lauterbach will Meldestellen für Ärzte-Korruption

BERLIN (dpa). Der SPD-Gesundheitsexperte Professor Karl Lauterbach hat vom Gesetzgeber Maßnahmen gegen die Ärzte-Korruption gefordert. Im Deutschlandfunk schlug er am Freitag vor, Meldestellen bei den Landesbehörden einzurichten. Dort könnten sich zum Beispiel Krankenhausärzte anonym melden und Missstände mitteilen.

Man solle sich nicht allzu sehr auf die Selbstverwaltung der Ärzteschaft verlassen. "Das Problembewusstsein scheint nicht ausreichend ausgeprägt zu sein. Es ist auf jeden Fall klar, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt", sagte Lauterbach. Derzeit wisse niemand genau, wie umfänglich das Problem sei. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, hatte eingeräumt, dass es in Einzelfällen Ärztebestechung durch Kliniken in Form von "Motivationsprämie, Fangprämie, Kopfpauschale" gebe. Die Spitzen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Bundesärztekammer und der KBV wollen heute bei einem Treffen in Berlin ein gemeinsames Vorgehen beraten.

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