Ärzte Zeitung, 16.09.2009

Kommentar

Ein Eigentor der Ärzte

Von Helmut Laschet

Im Unterschied zur Union und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ihre gesundheitspolitischen Absichten derzeit gern im Nebel verschwinden lassen, zeigt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt Kontur: Auch wenn ihre Pläne zur GOÄ-Novelle den betroffenen Ärzten sicher nicht schmecken dürften, so haben sie zumindest den Vorteil, dass man nun weiß, worauf man sich im Falle einer Fortsetzung der großen Koalition gefasst machen muss.

Dass Schmidt und die SPD sukzessive die PKV an das GKVNiveau heranrücken will, ist bekannt. Da dies nicht in einem Schritt funktioniert, macht man es eben scheibchenweise.

Einer der größten Unterschiede zwischen PKV und GKV sind Art und Höhe der Honorierung. Schmidt kommt es dabei gelegen, dass eine Novellierung der GOÄ längst überfällig ist. Von den Spitzenorganisationen der Ärzte und Zahnärzte sind dabei in den zurückliegenden Jahren strategische Fehler gemacht worden. Das Angebot des Verordnungsgebers, in Selektivverträgen mit den Privatversicherern Honorarverträge abzuschließen, ist als Dumpingmodell von Bundesärzte- und -zahnärztekammer verworfen worden. Jetzt könnte der Ball von der Politik gespielt werden - und im Tor der Ärzte landen.

Lesen Sie dazu auch:
Schmidt will Privathonorar nivellieren
Hoppe: Maßstab für Ärztehonorare ist die GOÄ

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »