Ärzte Zeitung online, 22.09.2009

Hebammen fordern 30 Prozent mehr Geld

KARLSRUHE (dpa). Hebammen warnen angesichts immer schlechterer Bezahlung und Personallage in Geburtskliniken vor dramatischen Folgen für die Gesundheit von Neugeborenen und Eltern.

"Die Zahl der zu behandelnden Kinder, Mütter und auch Väter wird sicherlich steigen, wenn sich nichts ändert", warnte die Vorsitzende des baden-württembergischen Hebammenverbandes, Ulrike Geppert-Orthofer, am Montag bei einer Protestveranstaltung in Karlsruhe. In Geburtskliniken gebe es zu wenig Personal, den freiberuflichen Hebammen mache die schlechte Vergütung zu schaffen.

"Jahrelange Versäumnisse kommen jetzt zum Tragen und gefährden den Versorgungsauftrag", warnte der in Karlsruhe ansässige Bundesverband der Hebammen. Proteste waren am Montag in 17 deutschen Städten geplant, darunter in Berlin, München, Erfurt und Kiel.

Weil die Gebühren seit Jahren nicht angehoben worden seien, sei die Existenz freiberuflich arbeitender Hebammen gefährdet, sagte Geppert-Orthofer. Im Durchschnitt verdiene eine freiberufliche Hebamme 7,54 Euro vor Steuern pro Stunde. Die Kassen hätten lediglich 1,54 Prozent Gebührenerhöhung für freiberufliche Hebammenleistungen vorgeschlagen. Die Hebammen fordern 30 Prozent mehr Geld. In dem Verband sind bundesweit rund 17 000 Hebammen organisiert - der überwiegende Anteil der bundesweit geschätzten 18 000.

www.hebammenverband.de;
www.hebammen-protest.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Pneumologen kritisieren Grenzwerte für Fahrverbote

Mehr als hundert Lungenspezialisten bezweifeln den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide (NOx). mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Lebensmittelallergie kommt oft mit dem Alter

Viele glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »