Ärzte Zeitung, 06.10.2009

Große Impfkampagne in Brandenburg gestartet

Von Angela Mißlbeck

Die Grundimmunisierung in Brandenburg ist bei Kindern sehr gut, aber die notwendigen Auffrischungen werden häufig versäumt.

BERLIN / POTSDAM. In den Hausarztpraxen in Brandenburg läuft im Oktober eine großangelegte Impfkampagne unter dem Motto "Impfen - ich bin dabei".

Die Aktion zielt weit über die saisonale Grippeschutzimpfung hinaus auf eine Verbesserung der Durchimpfungsraten der Bevölkerung. Dazu arbeitet die KV Brandenburg mit verschiedenen Arzneimittelherstellern zusammen.

Nachholbedarf sieht der stellvertretende KV-Vorsitzende Andreas Schwark bei Kindern und Jugendlichen vor allem bei den Impfungen gegen Meningokokken und Humane Papillomaviren (HPV). Zudem will die Kampagne an die Auffrisch-Impfungen erinnern. Laut KVBB hatten 2008 zwar fast alle Schulanfänger in Brandenburg eine Grundimmunisierung (97 Prozent) gegen Diphtherie, Keuchhusten und Wundstarrkrampf. Die notwendige erste Auffrischung wurde jedoch nur bei jedem Dritten (33 Prozent) vorgenommen.

Bei Erwachsenen mangelt es vor allem an der Aufklärung über Impfrisiken. Umfragen zufolge fühlten sich fast 40 Prozent der Brandenburger nicht ausreichend über Risiken von Impfungen informiert.

Mit Unterstützung der Pharmaunternehmen stellt die KVBB den Haus-, Kinder- und Frauenarztpraxen ein komplettes "Impf-Paket" zur Verfügung. Darin sind Plakate fürs Wartezimmer, Flyer, Impfkalender und Impfausweise für die Patienten sowie Informationsblätter für Ärzte und Praxispersonal. Zudem hat die KV Brandenburg für die Dauer der Kampagne eine Impf-Hotline eingerichtet.

Impfhotline: Tel.: 0331 / 23 09-456, montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »