Ärzte Zeitung, 14.10.2009

Interdisziplinäre Netze machen das Rennen beim NRW-Gesundheitspreis

Für die Versorgung von Kopfschmerzpatienten ist das Uni-Klinikum Essen ausgezeichnet worden.

Interdisziplinäre Netze machen das Rennen beim NRW-Gesundheitspreis

Ein Netz an der Universitätsklinik Essen zeigt, wie ambulante und stationäre Versorgung von Kopfschmerzpatienten gelingen kann.

Foto: Coka© www.fotolia.de

Von Ilse Schlingensiepen

DÜSSELDORF. Mit der zielgerichteten und abgestimmten Versorgung von Patienten mit Kopfschmerzen lässt sich nicht nur eine bessere Behandlungsqualität erreichen, sondern auch eine deutliche Reduktion der Behandlungskosten. Das zeigt die Arbeit des "Westdeutschen Kopfschmerzzentrums - Kompetenzzentrum für Diagnostik und Therapie von Kopfschmerzen" an der Universitätsklinik Essen.

Das Zentrum hat ein Netz aufgebaut, das die ambulante und die tagesklinische Behandlung ebenso umfasst wie die stationäre Versorgung und die Rehabilitation sowie psychologische und sportmedizinische Begleittherapien. Die Kosten sinken um 25 Prozent im Vergleich zur Regelversorgung - obwohl die Krankenkassen eine höhere Vergütung zahlen und mehr für Arzneimittel ausgeben. Das wird mehr als kompensiert durch den Rückgang bei den Besuchen von Notfall-Ambulanzen und des ärztlichen Notdienstes sowie bei den Krankenhausaufenthalten.

"Hier wurde in vorbildlicher Weise ein Netz aller Berufsgruppen aufgebaut, die an der Behandlung von Kopfschmerzen beteiligt sind", lobt der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Das Kopfschmerzzentrum hat den ersten Platz beim diesjährigen "Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen" gewonnen.

Für seine wöchentlichen Hebammensprechstunden in Kindertagesstätten hat das Gesundheitsamt Münster einen zweiten Preis erhalten. Das Beratungsangebot zu Themen wie Säuglingssterblichkeit, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Familienplanung erreicht vor allem Mütter aus sozial benachteiligten Schichten. Ein weiterer zweiter Preis geht an das fach- und sektorenübergreifende Netz Solimed in Solingen, der dritte Preis an das St. Marien Seniorenheim in Ratingen für sein Projekt zur Schmerzbehandlung und Palliativbetreuung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »