Ärzte Zeitung online, 14.10.2009

Notfallmediziner beklagen Defizite

WEIMAR (dpa). Engpässe in der Notfallmedizin haben deutsche Mediziner auf einer Tagung in Weimar angeprangert. Ärzte und Pflegepersonal müssten in Notaufnahmen in kürzester Zeit über die Behandlung eines Patienten entscheiden. Statt erfahrener Mediziner managten jedoch oft Berufsanfänger die Stationen, kritisierte Kongresspräsident Raik Schäfer am Mittwoch.

Als Probleme nannte der Jenaer Notfallmediziner zudem steigende Patientenzahlen, ein höheres Alter der Kranken und die sinkende Zahl niedergelassener Ärzte. Immer mehr Menschen würden deshalb Hilfe in der Notaufnahme suchen, wenn sie krank sind.

Gefragt seien daher interdisziplinär ausgebildete Notfallärzte, sagte Schäfer. In drei Viertel der europäischen Länder gebe es bereits eine Facharztausbildung zum Notfallmediziner, Deutschland hinke hinterher. Derzeit werde die Arbeit in der Notaufnahme zudem meist als unattraktiv eingestuft, da die hohe Arbeits- und Stressbelastung im Schichtsystem weder Lehre noch Forschung möglich scheinen ließen.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (19243)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »