Ärzte Zeitung, 03.11.2009

"Mehr Engagement für chronisch Kranke!"

Dermatologen: Zuletzt gab es viele Zumutungen durch Zuzahlungen und Leistungsausschlüsse

HAMBURG (di). Chronisch Kranke wie etwa Psoriasispatienten sollten stärker in den Fokus von Politik und Kassen rücken. Dies forderte der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

"In der Vergangenheit mussten chronisch kranke Patienten viele Zumutungen verkraften", sagte BVDD-Präsident Dr. Michael Reusch anlässlich des Psoriasistages in Hamburg. Als Beispiele nannte er Zuzahlungen und Ausschlüsse aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen.

So erstatten die Kassen etwa seit der Gesundheitsreform 2004 zahlreiche nebenwirkungsarme Dermatika nicht mehr, weil sie nicht verschreibungspflichtig sind. Folge: Patienten mit Schuppenflechte und Neurodermitiker müssen nach der Akutbehandlung eines Krankheitsschubs die Folgetherapie mit einem Harnstoffpräparat aus eigener Tasche bezahlen.

Erschwerend kommen laut Reusch die Regelleistungsvolumina hinzu. Je nach Region und Jahreszeit stehen den niedergelassenen Dermatologen zwischen 4,42 und 8,18 Euro je Kassenpatient im Monat zur Verfügung. "Teure Versorgungsleistungen wie die aufwändige Behandlung chronisch Hautkranker sind mit solchen Flatrates nicht mehr darstellbar", so Reusch.

Er appellierte an die neue Regierung, die Interessen chronisch Kranker wieder stärker zu berücksichtigen. Dies könnte etwa über die regionalen Psoriasisnetze noch besser gelingen. Dermatologische Praxen und Krankenhäuser arbeiten hier in der Behandlung der Psoriasis zusammen.

www.psoriasisbund.de

www.uptoderm.de

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