Ärzte Zeitung, 03.11.2009

Kommentar

Neue Hausarztwelt hat Bewährungsfrist

Von Raimund Schmid

Es waren zwei Hausarztwelten, die in diesem Jahr bei der practica 2009, dem bundesweit größten Seminarkongress für Hausärzte, aufeinandergeprallt sind.

Die eine alte Hausarztwelt, in die sich Hausärzte mit Regelleistungsvolumina von unter 40 Euro pro Quartal abfinden müssen. Und die neue Hausarztwelt, in der Niedergelassene durch Selektivverträge Fallwerte erzielen, die zwischen 75 und 85 Euro betragen können. Ob die alte und neue Welt bald wieder zu einer Hausarztwelt zusammengefügt werden kann, wird der Ausgang der Schiedsverfahren zeigen.

Der Hausärzteverband zeigt sich optimistisch, dass zumindest im Süden der Republik Anfang 2010 alle Hausärzte die Möglichkeit haben werden, Selektivverträgen beizutreten. Ob es zu dieser Punktlandung kommen kann, wird davon abhängen, welche Gegengeschütze die Ersatzkassen noch im Köcher haben.

Auch wenn die Ersatzkassen letztlich durch Schiedsämter zum Abschluss von Selektivverträgen gezwungen werden, könnte das für den Hausärzteverband ein Pyrrhussieg sein. Bleibt der Nachweis künftig aus, dass Hausarztverträge die Qualität der Versorgung verbessern und zugleich zu Einsparungen führen, dann wäre der neuen Hausarztwelt kein langes Dasein beschieden.

Lesen Sie dazu auch:
Valide Daten zu Ergebnissen von Hausarztverträgen erst ab 2010

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