Ärzte Zeitung online, 13.11.2009

Berliner Gesundheitssenatorin wirft KV Versäumnisse bei der Schweinegrippe-Impfung vor

Berliner Gesundheitssenatorin wirft KV Versäumnisse bei der Schweinegrippe-Impfung vor

BERLIN (ami). Die Impfaktion gegen Schweinegrippe ist in Berlin inzwischen ein Politikum.

Im Abgeordnetenhaus räumte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) organisatorische Schwierigkeiten ein. Die Impfärzte seien zu spät verpflichtet worden, sagte sie. Lompscher machte dafür jedoch vor allem die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin verantwortlich. Sie hätte finanzielle Interessen in den Vordergrund gestellt.

Einen Vertragsentwurf der Senatsgesundheitsverwaltung hatte die Vertreterversammlung der KV Berlin abgelehnt (wir berichteten). Sie forderte, dass das Honorar mindestens 7,10 statt der angebotenen 5,50 Euro pro Impfung betragen sollte und verwies darauf, dass Impfungen durch den öffentlichen Gesundheitsdienst 20 Euro und mehr kosten würden. Zudem äußerten die KV-Vertreter Bedenken an der Haftungsregelung des Vertrages.

Die KV Berlin wies die Vorwürfe der Senatorin zurück. "Das momentane Impfchaos ist ein Beispiel dafür, dass eine flächendeckende ambulante Versorgung und Durchimpfung nur mit der KV Berlin möglich ist," so die Berliner KV-Chefin Dr. Angelika Prehn. KV-Vize Dr. Uwe Kraffel warf der Behörde zudem vor, dass sie in den Vertragsverhandlungen "kein schlüssiges Impfkonzept" vorgelegt habe.

Bis Donnerstag hatte der Berliner Senat Einzelverträge mit 480 Ärzten geschlossen. Mit Impfstoff beliefert waren bis dahin jedoch er 262 Praxen. Auch die Beteiligung der Kinderärzte war zuletzt noch unklar.

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