Ärzte Zeitung, 02.12.2009

Facharztprüfungen für Allgemeinmedizin werden im Südwesten immer seltener

Die Zahl der Facharztprüfungen für Innere und Allgemeinmedizin in Baden-Württemberg sinkt. Solide Daten stehen aber noch aus.

Von Volker Rothfuss

STUTTGART. Befürchtungen von Jungmedizinern in Baden-Württemberg, man steige beruflich in ein volles Boot, sind unbegründet. Bis Ende September 2009 haben sich, so war aus Kammerkreisen in Stuttgart zu hören, nur zehn Kandidaten einer Facharztprüfung für Allgemeinmedizin unterzogen. Verlässliche Zahlen konnte die Landesärztekammer Baden-Württemberg nicht nennen.

Seit längerem hat die Landesregierung einen Kabinettsausschuss "Ländlicher Raum" eingesetzt, der "dem Erhalt und der Sicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum eine hohe Bedeutung" beimisst. Doch mehr als eine ressortübergreifende Diskussion, Anstöße für die Fortbildung schon vorhandener Ärzte und ein paar Modellprojekte hat es bislang nicht gegeben.

Im Jahr 2008 waren es im Land Baden-Württemberg noch 143 Hausärzte, die den Facharzttitel des Allgemeinmediziners erlangt haben. Ein Jahr zuvor, 2007, zählte die Kammer 149 Junghausärzte.

Noch im August hatte Dr. Klaus Baier, Präsident der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg, mit Zahlen belegt, dass sich die wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Allgemeinärzte zu verschlechtern droht. Der fehlende Nachwuchs auf der einen und die Überalterung auf der anderen Seite seien dabei sich verstärkende Ursachen. In den nächsten Jahren werden nach Angaben von Baier rund 25 Prozent der Hausärzte in Nordwürttemberg aufhören, ohne einen Nachfolger zu hinterlassen.

Im Jahr 2007 haben bundesweit 466 Männer und Frauen die Facharztprüfung für Innere und Allgemeinmedizin bestanden. Ein Jahr später, 2008, zählten die Statistiker bundesweit noch 338 (minus 23 Prozent). Geht es im gleichen Tempo bergab, dann bleiben den Bundesbürgern ab 2009 nur noch 260 Hausärzte, die sich pro Jahr neu niederlassen.

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