Ärzte Zeitung, 30.11.2009

Gesundheitsnetz prosper gedeiht in Brandenburg

Das Gesundheitsnetz von Knappschaft und DAK versorgt in Brandenburg 25 000 Versicherte und möchte mehr Fachärzte zum Mitmachen bewegen.

Von Angela Mißlbeck

COTTBUS. Das Gesundheitsnetz prosper Lausitz zieht nach knapp zwei Jahren eine positive Bilanz seiner Arbeit. Rund 260 Haus- und Fachärzte der Region im Südosten Brandenburgs wirken inzwischen an dem Netz mit. Das sind bereits 100 mehr als zum Netzstart im Januar 2008. Dennoch werden weitere Netzärzte gesucht, die mitmachen wollen. Vor allem Fachärzte - speziell Orthopäden - sollen für die Kooperationsversorgung gewonnen werden. Knapp 25 000 Versicherte der Knappschaft und der DAK versorgt das Netz derzeit. Auch hier sehen die Kassen noch Zuwachspotenzial.

Die Krankenkassen beteiligen die teilnehmenden Versicherten, niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser an den Einsparungen, die das Netz erzielt. Derzeit liegen diese Einsparungen nach Angaben der Knappschaft bei rund zehn Prozent. Das Honorar für prosper-Patienten bekommen die Ärzte weiterhin von der KV Brandenburg. Deren Tochtergesellschaft KV Consult ist in die Netzorganisation eingebunden.

Zum Netz gehören außer den niedergelassenen Ärzten auch die beiden großen Krankenhäuser der Region. So ist am Carl-Thiem-Klinikum ein Transportdienst für Patienten und eine Koordinationsstelle für Patientenvermittlungen eingerichtet worden. Die Kliniken sind auch in die Behandlungspfade einbezogen, die inzwischen für sieben Indikationen bestehen. Das sind Asthma bronchiale und COPD, Hypertonie, Diabetes Typ 2, Mammakarzinom, akute und chronische Knieerkrankungen, OP von Hernien und Varizen sowie für den Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren.

Der Vernetzungsprozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Weitere Behandlungspfade und Therapieempfehlungen sollen für Patienten mit Harnwegsinfekten, Osteoporose und koronare Herzerkrankungen im nächsten Jahr hinzukommen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hausarztverträge im Visier des BVA

Das Bundesversicherungsamt duldet Chronikerpauschalen in bisheriger Form nicht mehr. Bis Ende August müssen Kassen Verträge anpassen. Hausärzte-Chef Weigeldt ist vergrätzt. mehr »

Reiseimpfungen – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »