Ärzte Zeitung online, 04.12.2009

Medizin-Studenten beklagen mangelnde Praxisnähe

JENA (dpa). Die Ärzteausbildung an deutschen Universitäten leidet nach Einschätzung von Medizinstudenten unter mangelnder Praxisnähe. Vor allem das Gespräch mit den Patienten komme in der Ausbildung nach wie vor zu kurz, kritisierte der Bundesverband der Medizinstudierenden (BVMD) auf seinem Jahreskongress am Freitag in Jena.

Auch der Anteil mündlich-praktischer Prüfungen sei zu gering, sagte BVMD-Präsident Dominique Ouart gegenüber dpa. "Angeleitete Patientengespräche gibt es an den meisten Fakultäten nur sporadisch."

Ouart beklagte auch, dass in Praktika an den Universitätskliniken zumeist Assistenzärzte die Medizinstudenten betreuen müssten. "Da fehlt der fachärztliche Überbau, Assistenzärzte sind ja selbst noch in der Ausbildung."

In Deutschland studieren rund 80 000 junge Menschen Humanmedizin, an 36 Universitäten gibt es medizinische Fakultäten. Auf dem Kongress beraten bis Sonntag 400 angehende Ärzte.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17883)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »