Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Bayerische Krankenhausgesellschaft sucht Verzahnung mit Niedergelassenen

MÜNCHEN (sto). Der drohende Ärztemangel erfordert vor allem in ländlichen Gebieten über kurz oder lang eine stärkere Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung, so der Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Franz Stumpf.

Die Entwicklung sei besorgniserregend, sagte Stumpf kürzlich in München. Allein im vergangenen Jahr seien in den Krankenhäusern etwa 4000 Arztstellen unbesetzt geblieben. In diesem Jahr seien es vermutlich noch mehr. Zudem wachse der Anteil der Krankenhausärzte, die älter als 60 Jahre sind, seit Jahren, während der Anteil der unter 35-Jährigen sinke.

Angesichts der angespannten finanziellen Situation im Gesundheitswesen müssten darüber hinaus die Einsparmöglichkeiten an den Schnittstellen zwischen ambulantem und stationärem Sektor genutzt werden, indem Doppelvorhaltungen abgebaut, der Informationsfluss verbessert und eine fach- und sektorenübergreifende Behandlung der kurzen Wege organisiert wird, erklärte Stumpf.

Dabei gehe es nicht um eine Verdrängung des vertragsärztlichen Bereichs, sondern um ein sinnvolles und notwendiges Miteinander. Die Auseinandersetzung um die Errichtung Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) zeige jedoch, dass eine sachliche Diskussion derzeit nur schwer möglich sei, bedauerte Stumpf. Die Politik dürfe nicht die "lautstarke Propaganda einzelner" übernehmen, die nur den eigenen Nutzen im Blick haben. Entsprechende Formulierung dazu im Koalitionsvertrag seien wenig hilfreich.

Um dem Ärztemangel zu begegnen, müssten aber auch die Krankenhäuser selbst aktiv werden. Sie sollten alles unternehmen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Auch sollten die Ärzte von bürokratischen Arbeiten entlastet werden.

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