Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

Fünf Prozent mehr für Krankenhausärzte gefordert

BERLIN (dpa). Trotz knapper öffentlicher Kassen will die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) für die rund 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern fünf Prozent mehr Geld durchsetzen. Daneben sollen die nächtlichen Bereitschaftsdienste um etwa ein Drittel besser als bisher honoriert werden.

Fünf Prozent mehr für Krankenhausärzte gefordert

Fünf Prozent mehr will der Marburger Bund für Klinikärzte. © pixeltrap / fotolia.com

Der MB-Vorsitzende Rudolf Henke nannte die Forderungen am Montag in Berlin gleichwohl "maßvoll". Damit wolle seine Organisation sowohl den noch immer vorhandenen Nachholbedarf abbauen als auch einen Beitrag zur Stützung der Binnenkonjunktur leisten. Die Tarifverhandlungen zwischen MB und der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beginnen am 18. Januar in Frankfurt/Main.

Das Forderungsvolumen bezifferte Henke auf knapp 200 Millionen Euro, wobei aber die Aufschläge für nächtliche Bereitschaftsdienste nicht eingerechnet sind. Finanziellen Spielraum für die Kommunen erhofft sich der MB-Chef aus den Bund-Länder-Verhandlungen im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag über einen höheren Bundeszuschuss zu den Unterkunftskosten von Hartz-IV-Beziehern.

Henke wies auf die steigende Arbeitsbelastung für die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern hin, wozu auch die vielen nicht besetzten Stellen beitrügen. Die Forderung nach besserer Honorierung der nächtlichen Bereitschaftsdienste begründete er mit der Praxis der Arbeitgeber, diese Dienste zunehmend als Ersatz für Vollarbeit "zu missbrauchen".

Die Bezahlung der Bereitschaftsdienste - sie liegt derzeit zwischen 22,30 und 32 Euro pro Stunde und soll auf 30 bis 41 Euro steigen - wird jedoch nach Henkes Darstellung mit anschließenden Ruhezeiten verrechnet, sodass nur wenige oder gar keine Stunden zur Auszahlung gelangten. Dieser "Lohnraub" müsse ein Ende haben. Der MB fordert zugleich eine Verlängerung der tariflichen Altersteilzeit-Regelung.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17897)
Organisationen
Marbuger Bund (1084)
Personen
Rudolf Henke (488)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »