Ärzte Zeitung, 12.01.2010

Kommentar

Klage wäre ein Offenbarungseid

Von Anja Krüger

Die Zahlen sind alarmierend. In Nordrhein bekommen Hausärzte aktuell für die Regelversorgung von gesetzlich Krankenversicherten gerade einmal 31,28 Euro im Quartal. Das macht nicht nur die Ärzte fassungslos. Auch Patienten fragen sich, wohin es wohl führt, wenn es weiterhin nicht gelingt, die hausärztliche Regelversorgung adäquat zu finanzieren.

Dabei scheint allen Beteiligten klar zu sein, dass es so nicht geht. Die Verlierer der Honorarreform stehen nicht erst seit heute fest. Die fortgesetzten Honorareinbußen für die Hausärzte im Rheinland sind ein Symptom für das grandiose Scheitern der Reform.

Doch offenbar mangelt es an brauchbaren Ideen, wie das Ruder herumgerissen werden könnte. Der Vorstand der KV Nordrhein (KVNo) hat Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bereits um Unterstützung gebeten. Vater Staat soll's also richten.

Nützt auch dieses Hilfsersuchen nichts, will die KVNo eine Klage vor dem Sozialgericht prüfen, hat der neue Vorstand Bernd Brautmeier angekündigt. Eine Klage wäre der politische Offenbarungseid. Denn damit würde das KV-System demonstrieren, dass es nicht dazu in der Lage ist, selbst die Verwerfungen in den Griff zu bekommen, die die Honorarreform ausgelöst hat.

Lesen Sie dazu auch:
RLV von 31,28 Euro für Hausärzte: KV Nordrhein will notfalls klagen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »