Ärzte Zeitung, 03.02.2010

Kommentar

Bereitschaft muss vorhanden sein

Von Christiane Badenberg

Funktionierende Strukturen zu zerschlagen ist immer problematisch, trotzdem kann es manchmal sinnvoll sein. So verhält es sich wohl auch mit der geplanten Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes in Rheinland-Pfalz.

In einigen Bezirken klappt die Organisation des Bereitschaftsdienstes reibungslos. In anderen haben ältere Ärzte keine Chance, ihre Praxis zu verkaufen, weil der Bereitschaftsdienst nur schlecht geregelt ist. Junge Ärzte sind kaum bereit aufs Land zu gehen - wenn dauernder Bereitschaftsdienst droht, kommen sie gar nicht.

Zudem gibt es das Problem, dass die finanzielle Ausstattung der Bereitschaftsdienstzentralen in Rheinland-Pfalz stark von der Honorarverteilung abhängt. Mal profitieren große Einheiten und die kleinen stehen vor der Insolvenz, mal ist es umgekehrt. Fakt ist: Diskussionen, Unsicherheit und Unzufriedenheit wiederholen sich.

Wenn die KV jetzt plant, die Bereitschaftsdienstzentralen selbst zu betreiben, die personelle und finanzielle Sicherstellung sowie flächendeckend eine hohe Qualität zu garantieren, ist das für viele Ärzte eine gute Lösung. Es jedem recht zu machen ist unmöglich, aber eine vorausschauende Lösung ist besser, als darauf zu warten, dass alles zusammenkracht.

Lesen Sie dazu auch:
KV Rheinland-Pfalz will Bereitschaftsdienst neu regeln

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