Ärzte Zeitung online, 05.02.2010

Kauder für medizinische Versorgungszentren

STUTTGART (dpa). Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hat sich für medizinische Versorgungszentren stark gemacht. "Wir dummen Juristen haben schon vor Jahren erkannt, dass Einzelkanzleien keinen Sinn machen", sagte Kauder am Donnerstagabend beim Jahresempfang des baden-württembergischen CDU-Sozialflügels in Stuttgart.

Er wünsche sich, dass diese Erkenntnis sich auch unter den Ärzten durchsetze. 70 Prozent der neuen Mediziner seien Frauen, von denen sich viele nicht unbedingt selbstständig machen wollten.

Außerdem könnten die Zentren künftig in ländlichen Regionen kleine Krankenhäuser ersetzen. Kliniken machten 50 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen aus, erklärte der CDU-Politiker. Künftig könne nicht jede Klinik erhalten werden. "Qualität kommt vor Standort." Es nütze nichts, wenn überall ein Krankenhaus sei, dieses aber aus Kostengründen mit dem medizinischen Standard nicht mithalten könne. "Ich will, wenn ich mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus komme, nicht vom Gynäkologen aus Weißrussland bedient werden.

In der Frage der Gesundheitsprämie legte sich Kauder nicht fest. "Es muss gerecht zugehen. Es wird der Schlechtverdiener nicht so viel bezahlen wie der Gutverdiener. Es wird immer am Einkommen orientiert sein." Ob dies über eine Kopfpauschale mit einem Sozialausgleich aus Steuermitteln laufe, sei noch offen.

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