Ärzte Zeitung online, 05.02.2010
 

Klinikmitarbeiter in Hessen machen Druck

Krankenhausbeschäftigte fordern bei Protestveranstaltung in Kassel mehr Lohn und den Erhalt der Altersteilzeit

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Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zogen am 5. Februar durch Berlin - und ganz vorn mit dabei verdi-Vorsitzender Frank Bsirske (re). © picture alliance / dpa

Von Katja Schmidt

KASSEL. "Fünf Prozent - wir bluten nicht für Eure Krise" steht auf dem großen Plakat, mit dem Beschäftigte des Klinikums Kassel am Freitag auf der Rathaustreppe ihrer Stadt stehen. Krankenhausmitarbeiter aus ganz Nordhessen beteiligen sich an einem Warnstreik, der ihre Forderungen im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes unterstreicht. Es geht nicht nur um Lohnerhöhung, sondern auch um Jobs für Ex-Auszubildende - und um Entlastung im Alter.

Beifall bricht los, als Frank Bsirske, Bundeschef der Gewerkschaft Verdi, den Erhalt der Altersteilzeit fordert. "Glatte Ignoranz" wirft er den Arbeitgebern vor. Müllwerker, Erzieherinnen oder Pflegepersonal könnten ihre Tätigkeiten selten bis zum Rentenalter durchhalten. Irmtrud Schneider-Kröner und Uta Hahn, Fachkrankenschwestern für Psychiatrie im Vitos-Konzern des Landeswohlfahrtsverbandes pflichten bei: "Im Pflegebereich ist es schwierig bis 67 zu arbeiten - da ist man einfach fertig."

Auf insgesamt 2000 schätzt Verdi die Zahl der Kundgebungsteilnehmer; 700 davon aus dem Gesundheitsbereich. Sie haben besondere Forderungen. Eine davon ist ein "Strafzoll", wenn Arbeitgeber das knappe Personal aus der Freizeit zurückrufen. Damit soll die Einstellung neuer Kräfte attraktiver werden.

Ärzte sind bei der Kundgebung nicht zahlreich vertreten. "Die machen ihre eigene Kampagne", sagt OP-Schwester Monika Sbaheieh-Bunzenthal. "Das ist auch ganz gut so", findet sie. Es habe doppelte Wirkung, wenn zwei Mal gestreikt werde.

Ortwin Pfeiffer, Arzt in einer Vitos-Klinik für Gerontopsychiatrie und auf dem Rathausplatz zugegen, sieht das anders: "Wir hätten sehr viel höhere Durchsetzungskraft, wenn wir alle an einem Strang ziehen würden", sagt er. Ärzte als "Leistungsträger" herauszustellen sei falsch. "Wir sind im Krankenhaus alle aufeinander angewiesen."

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