Ärzte Zeitung, 08.02.2010

Mehr Geld für die Pflege? Dann lieber privatversichert

KÖLN (iss). Wenn die Bundesbürger künftig für die Pflegeversicherung tiefer in die Tasche greifen müssen, dann wollen sie es lieber über die private Vorsorge machen als über höhere Versicherungsbeiträge. Das legt zumindest eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGovPsychonomics nahe.

Das Unternehmen hatte Mitte Januar über 1700 wahlberechtigte Bundesbürger online zum Thema befragt. Die Teilnehmer konnten entscheiden, welche Option sie für die Lösung der zu erwartenden Probleme der staatlichen Pflegeversicherung für besser halten: die Erhöhung der Beiträge zur staatlichen Pflegeversicherung oder die Verpflichtung zum Abschluss einer privaten Pflegeversicherungspolice.

In der Umfrage sprachen sich 27,5 Prozent für die kapitalgedeckte Privatvariante aus und nur 19,9 Prozent für die Umlagefinanzierung. Die größte Gruppe stellten allerdings mit 37,7 Prozent diejenigen, die keine von beiden Lösungen wünschen. Keine abschließende Meinung zum Thema hatten 14,9 Prozent.

Bei den in der Befragung nach Alter, Geschlecht, Wohnort und parteipolitischer Präferenz unterschiedenen Untergruppen hatte die Umlagefinanzierung nur bei den Wählern der Linken mehr Befürworter als die Kapitaldeckung. Bei ihnen lagen aber wie bei den meisten anderen diejenigen vorne, die beide Alternativen ablehnen.

Einzige Ausnahme sind die Wähler von FDP und CDU/CSU: Bei ihnen stellen die Befürworter der privaten Pflegeversicherung die stärkste Fraktion.

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