Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

Herzkranke Kinder - Op nur noch in Spezialkliniken

Bundesausschuss macht Vorgaben für herzchirurgische Versorgung / Qualitätssicherung in Klinik und Praxis

BERLIN (fst). Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat am Donnerstag den Weg freigemacht für die sektorenübergreifende Qualitätssicherung. Zudem gelten für die herzchirurgische Versorgung von Kindern künftig strenge Qualitätsvorgaben.

Seit Juli 2008 hat der Ausschuss den Auftrag, Vorgaben für Qualitätssicherung auch über Sektoren und Einrichtungen hinaus zu machen. Für die Umsetzung zuständig ist das AQUA-Institut (Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen).

Beschlossen hat der GBA eine Richtlinie, mit der Strukturen und verfahrenstechnische Vorgaben für die sektorenübergreifende Betrachtung von Behandlungsqualität geschaffen werden. Damit soll es möglich sein, Leistungen zu vergleichen, die gleichermaßen in Klinik und Praxis erbracht werden.

Erfasst werden sollen Ergebnisse aber auch dann, wenn sowohl Kliniken wie niedergelassene Ärzte an der Behandlung mitgewirkt haben. Davon verspricht sich der Ausschuss, dass beispielsweise die Behandlungsqualität bei Darmkrebspatienten festgestellt werden kann, die nach einem Klinikaufenthalt ambulant weiterbetreut werden. Das sei angesichts immer kürzerer Liegezeiten im Krankenhaus ein "entscheidender Fortschritt in der Qualitätssicherung", teilt der GBA mit.

In einem weiteren Beschluss hat der Ausschuss am Donnerstag für die herzchirurgische Behandlung von Kindern und Jugendlichen verbindliche Qualitätsstandards festgelegt. Danach dürfen die jungen Patienten ausschließlich nur noch in Kliniken versorgt werden, die in Expertise und Ausstattung eine exzellente herzchirurgische Versorgung gewährleisten können. Dabei beziehen sich die Kriterien sowohl auf die Qualifikation von Ärzten und Pflegekräften als auch auf die Ausstattung der Krankenhäuser.

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