Ärzte Zeitung, 25.03.2010

Depressionen bei Jugendlichen schnell behandeln!

WEIMAR (ras). Depressionen bei Jugendlichen oder Adoleszenten sollten möglichst frühzeitig behandelt werden. Ansonsten steigt das Risiko stark, dass sie sich in späteren Jahren manifestieren.

Darauf hat Melanie Rudovsky von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena beim Kongress für Jugendmedizin in Weimar hingewiesen.

Insgesamt durchleben zwei Prozent der Schulkinder und Adoleszenten schwere depressive Episoden und vier Prozent Depressionen leichterer Art. Allerdings werden ein Viertel der jungen Menschen, deren Depression nicht erfolgreich behandelt worden ist, nach einem Jahr erneut depressiv. Nach fünf Jahren müssen laut Rudovsky fast drei Viertel der Betroffenen damit rechnen, erneut an einer Depression zu erkranken. Professor Georg Schürgers aus Hamburg-Möhnesee sagte: "Wenn Sie mit 13 eine Depression kriegen, schleppen Sie diese oft ein Leben lang mit."

Problematisch sind die Wartezeiten auf einen Behandlungsplatz. Rudovsky wies darauf hin, dass Jugendliche in der Tagesklinik des Uniklinikums Jena fast zwei Jahre warten müssten, um dort aufgenommen zu werden.

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