Ärzte Zeitung, 09.05.2010

Kommentar

Kampf um Erhalt der Autonomie

Von Christiane Badenberg

Warum beharrt die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) darauf, keinen Tarifvertrag mit dem Marburger Bund abzuschließen, der über dem des öffentlichen Dienstes liegt? Sind es vielleicht noch stärker ideologische als ökonomische Gründe, die den VKA dazu treiben? Ganz abwegig ist diese auf der Hauptversammlung des Marburger Bundes mehrfach geäußerte Vermutung nicht. Denn wie lange musste der Verband vor wenigen Jahren kämpfen, um die ersten arztspezifischen Tarifverträge durchzusetzen, die immer noch nicht an allen Kliniken selbstverständlich sind.

Würde der MB einknicken und einen Tarifvertrag auf Basis der von Verdi ausgehandelten Vereinbarung unterzeichnen, wäre er nur noch so gut wie scheinselbstständig und könnte sich gleich wieder in eine Tarifgemeinschaft mit Verdi begeben. Diese war aufgegeben worden, weil die Ärzte ihre Interessen von der Riesengewerkschaft nicht mehr adäquat berücksichtigt sahen. Nichts spricht dafür, dass sich das geändert hätte. Aber 93 Prozent Zustimmung zum Streik und die Rückendeckung der Hauptversammlung für die Führungsspitze des MB zeigen eindeutig, dass die Klinikärzte ihre Autonomie behalten wollen und sicher sind, diesen Arbeitskampf zu gewinnen.

Lesen Sie dazu auch:
Der Marburger Bund bleibt ganz klar auf Streikkurs
Der Marburger Bund zeigt sich kampfbereit

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