Ärzte Zeitung online, 14.05.2010

Nach dem Studium aufs Dorf? Auf keinen Fall!

MAINZ (chb). "Keiner will in den Westerwald", so lautet eine Erkenntnis des ersten Versorgungsatlas Rheinland-Pfalz. Bei einer Online-Befragung unter 763 Medizin-Studenten im Land hatten lediglich vier Prozent der Teilnehmer angegeben, sich eine berufliche Zukunft im Westerwald vorstellen zu können.

Aber selbst für diese vier Prozent kommen auch andere berufliche Optionen wie ein Wechsel ins Ausland oder in ein anderes Bundesland in Frage, berichtete Dr. Rüdiger Jacobs vom Lehrstuhl für Empirische Sozialforschung und Methodenlehre an der Universität Trier bei der Vorstellung des Atlasses.

Jacobs Erkenntnisse, die er im Auftrag der KV Rheinland-Pfalz ermittelt hat, sind erschütternd, wenn es um die künftige Versorgung auf dem Land geht. So antworteten 23 Prozent der Teilnehmer auf die Frage: "Wo wollen Sie auf keinen Fall arbeiten? Auf dem Dorf." 81 Prozent können sich dagegen vorstellen, auch in anderen Bundesländern zu arbeiten, 64 Prozent würden auch ins Ausland gehen. Die Daten decken sich mit Hochrechnungen, die Versorgungsforscher der KV und die Trierer Wissenschaftler für die Wiederbesetzung von Hausarztsitzen in den Regionen bis 2020 ermittelt haben. Hier wird zum Beispiel für den Westerwaldkreis nur mit einer Wiederbesetzungsquote von 26,6 Prozent gerechnet, in Mainz dagegen liegt die Quote bei 100 Prozent.

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