Ärzte Zeitung, 18.05.2010

Kommentar

Streik passt nicht in die Landschaft

Von Thomas Hommel

Zum zweiten Mal binnen weniger Jahre ist es der Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund gelungen, ihre Basis für einen Ausstand zu mobilisieren. Die ersten Streikaktionen an kommunalen Kliniken, die am Montag in Süddeutschland angelaufen sind, zeigen: Die Klinikärzte sind bereit, für ihre Forderungen ans Äußerste zu gehen.

Dennoch passt dieser Ärztestreik nicht in die Landschaft hinein. Schon heute steht vielen kommunalen Kliniken das Wasser bis zum Hals, Finanzspritzen hin oder her. Und die Situation wird noch schlimmer. So steuern die Kommunen als Träger der bestreikten Kliniken auf das größte Defizit in der Geschichte der Bundesrepublik zu. Laut Städtetag erwarten Bürgermeister und Landräte in diesem Jahr ein Finanzloch von 15 Milliarden Euro. Die Folgen sind jetzt schon heute überall sichtbar: Schwimmbäder machen zu, Straßen verkommen, Kliniken werden nicht modernisiert.

Wenn der Marburger Bund jetzt für ein weiteres Gehaltsplus von fünf Prozent und eine bis zu 35 Prozent höhere Vergütung von Bereitschaftsdiensten streikt, dann ignoriert er solche Realitäten. Eine Gewerkschaft darf aber nicht nur an die eigenen Mitglieder denken. Sie muss auch die gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Situation im Auge behalten.

Lesen Sie dazu auch:
Klinikverband wirft Ärzten Maßlosigkeit vor

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[18.05.2010, 07:36:39]
Dr. Thomas Assmann 
Verantwortung für die Gesellschaft- Zwangsselbstausbeutung der Ärzte als Staatsziel
Na klar, und die Selbstausbeutung bis zum Lebensende als
wirtschfatliches Endziel.
Wir haben mehr als 25 Jahre uns Selbstausgebeutet
( nächstes Feld GÖA !!) für die Gesellschaft !!!. Jetzt ist SCHLUSS!!!
Wenn wir eine Bank wären hätte man uns schon die Millarden nachgeschmissen !!
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »