Ärzte Zeitung, 22.06.2010

Krebspatienten -  Jarmatz ruft zu besserer Doku auf

HANNOVER (cben). Niedersachsens Hausärzte stellen ihre Leistungen für Krebspatienten nicht ausreichend dar und werden deshalb auch nicht adäquat honoriert. Das meint Niedersachsens Hausärztechef Dr. Heinz Jarmatz.

"Bei der neuen Onkologie-Richtlinie ist mir aufgefallen, dass die Hausärzte zwar an zwei Stellen erwähnt werden, aber an zusätzlichen Honoraren haben sie keinen Anteil", sagte Jarmatz der "Ärzte Zeitung". Aus Sicht der Hausärzte sei man bei "mehreren Regelungen über das Ziel hinausgeschossen". Denn die fachlichen Voraussetzungen würden so hoch angesetzt, dass sie praktisch von keinem Hausarzt mehr erbracht werden können. Dies betreffe beispielsweise die Festlegung von onkologischen Therapien und die Erreichbarkeit bei Problemen, erläutert Jarmatz.

Für Hausärzte in Niedersachen gebe es indessen einen brauchbaren Ausweg. Sie könnten an der Online-Tumorverlaufsdokumentation ONKeyLINE der KV Niedersachsen teilnehmen und auf diese Weise Honorar generieren. "Aber das tun bisher nur wenige Kollegen", bedauert er.

Nach Angaben der KV Niedersachsen nehmen nur etwa 100 von rund 5000 Hausärzten regelmäßig an ONKeyLine teil und nur sie erhalten auch das entsprechende Honorar. "Aber es kann nicht sein, dass nur in 100 Hausarztpraxen onkologische Patienten in akuter Behandlung oder Nachkontrolle sind", sagt Jarmatz. Die Zahl der Krebspatienten steige, ebenso ihre Überlebensdauer. Hausärzte sollten ihre Leistungen für diese Patienten besser darstellen, fordert Jarmatz. Um zusammen mit der KV bei den Kassen auf bessere praxisrelevante Regelungen für Hausärzte zu drängen, brauche man eine stabilere Zahlengrundlage. Nebeneffekt: Wenn ONKeyLINE stärker benutzt wird, würden auch onkologisch-hausärztliche Leistungen besser dokumentiert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »