Ärzte Zeitung, 22.06.2010
 

HB will angepasste Spielregeln bei der Weiterbildung

MÜNCHEN (sto). Die Weiterbildung vor allem in der Inneren und Allgemeinmedizin sowie in der Chirurgie und in der Gynäkologie ist nach Ansicht des Hartmannbundes (HB) in Bayern gefährdet.

Durch Spezialisierung, Fusionierung und Privatisierung bei den Krankenhäusern sei eine ordnungsgemäße Weiterbildung an kleinen und mittleren Krankenhäusern oftmals nicht mehr möglich, teilte der Landesverband Bayern des Hartmannbundes mit. Weil ein einzelner Chefarzt an einer Klinik die Weiterbildung nicht mehr sicherstellen könne, sollten die Ärztekammern die Voraussetzungen für eine Weiterbildungsermächtigung überprüfen und eventuell an mehrere Orte und Fachärzte in Kooperation vergeben, forderte die Landesdelegiertenversammlung.

Zugleich forderten die Delegierten eine Änderung der Weiterbildungsordnungen, so dass auch Ärzte auf Teilzeitstellen eine Chance auf Weiterbildung haben. Auch kleinere Arbeitseinsätze sollten zur Weiterbildung anerkannt werden, verlangten die Delegierten. Für die zeit- und kostenintensive Fortbildung von Assistenzärzten will der Hartmannbund in Bayern eine finanzielle und strukturelle Unterstützung durch die Arbeitgeber erreichen. Denn die bei einer externen Fortbildung erlernten Fähigkeiten stünden dem Arbeitgeber zur Verfügung und könnten dazu beitragen, die Qualität zu verbessern, hieß es zur Begründung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »

Sechs Kassen auf der Kippe – Barmer-Chef fordert Reformen

Dramatischer Zwischenruf: Das wirtschaftliche Gefüge der GKV sei instabil, sagt Barmer Chef Straub. Rund ein halbes Dutzend großer Kassen würden nur noch von der guten Konjunktur getragen. mehr »