Ärzte Zeitung, 13.07.2010

Bayerns Hausärzte laufen Sturm gegen Reformpläne

Verbandschef Hoppenthaller ruft zu Vollversammlung am 21. Juli auf

MÜNCHEN (sto). Beim Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) stehen die Zeichen auf Sturm. Nächste Woche soll über den Ausstieg aus dem Kollektivvertragssystem entschieden werden.

Bayerns Hausärzte laufen Sturm gegen Reformpläne

Mit ihren Protesten haben Bayerns Hausärzte in den vergangenen Jahren viel erreicht - schon bald könnte es neue Demos geben.

© dpa

Der Grund: Die Bundesregierung will das Vergütungsniveau in der hausarztzentrierten Versorgung begrenzen und damit nach Ansicht des Hausärzteverbandes den Paragrafen 73 b faktisch außer Kraft setzen. Für kommenden Mittwoch hat BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Hoppenthaller deshalb die Hausärzte in Bayern kurzfristig zu einer Vollversammlung in die Nürnberger Arena eingeladen, um über einen Systemausstieg zu beschließen.

Der Protest der Hausärzte richtet sich gegen den Plan der Bundesregierung, das Vergütungsniveau in der hausarztzentrierten Versorgung auf das geltende Honorarniveau im KV-System abzusenken. "Das wäre das Aus für die hausarztzentrierte Versorgung", sagt Hoppenthaller im Interview mit der "Ärzte Zeitung".

Die im Eckpunktepapier der Koalition formulierte Absichtserklärung sei für den Bayerischen Hausärzteverband "völlig unerwartet" gekommen. Sie stehe im Widerspruch zu den Beteuerungen der Landesregierung, dass am 73 b nicht gerüttelt wird, kritisierte Hoppenthaller. Beim Bayerischen Hausärztetag, der am Wochenende in Bad Göggingen stattfindet, werde er eine klare Stellungnahme von Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) einfordern.

Widerstände gegen die Pläne der Bundesregierung gibt es nicht nur in Bayern. Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt bezichtigte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler des Wortbruchs. Der "Frontalangriff auf die hausärztliche Versorgung" werde flächendeckend beantwortet werden, kündigte Weigeldt an.

Lesen Sie dazu auch:
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