Ärzte Zeitung online, 06.08.2010

Hoppenthaller beklagt "Schmarrn" im Bayerischen Rundfunk

MÜNCHEN (sto). Dr. Wolfgang Hoppenthaller, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), hat für Wirbel in den Medien gesorgt. Anlass ist ein Schreiben an Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Gesundheitsminister Markus Söder (beide CSU), in dem sich Hoppenthaller über einen Bericht im Bayerischen Fernsehen beklagt.

Hoppenthaller beklagt "Schmarrn" im Bayerischen Rundfunk

Fordert Unterstützung bei dem bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder (links) an: BHÄV-Chef Dr. Wolfgang Hoppenthaller.

© altrofoto.de

Ein Interview mit ihm sei sehr verkürzt wieder gegeben worden und auch sonst sei in der Sendung "Unsinn" über die Situation der Hausärzte in Bayern berichtet worden. Seehofer solle deshalb beim Intendanten des Bayerischen Rundfunks "diesbezüglich" intervenieren, heißt es in dem Schreiben Hoppenthallers, aus dem in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert wird.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Otto Bertermann, selbst niedergelassener Arzt, bezeichnete den Vorgang als "handfesten Skandal". Die Forderung Hoppenthallers, in die Pressefreiheit einzugreifen, zeige einmal mehr, "mit welchen Methoden der Vorsitzende der Hausärzte arbeitet". Hoppenthaller müsse umgehend zurücktreten, verlangte Bertermann.

Unterdessen hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mitgeteilt, eine staatliche Einflussnahme auf den Bayerischen Rundfunk gebe es nicht und dürfe es auch nicht geben. Wer meine, Verstöße gegen journalistische Grundsätze feststellen zu müssen, könne sich an den Rundfunkrat wenden, erklärte Herrman, der selbst Mitglied dieses Gremiums ist.

Lesen Sie dazu auch:
Hoppenthaller: "Ich verstehe die Welt nicht mehr!"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »