Ärzte Zeitung online, 06.08.2010

Ambulante Operateure befürchten erneute Budgetierung

HAMBURG (cben/bee/sun). Fünf Berufsverbände von Operateuren und Anästhesisten haben gegen mögliche Sparpläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) beim ambulanten Operieren protestiert. Beim BMG hieß es am Freitag lediglich, dass die extrabudgetären Leistungen insgesamt auf dem Prüfstand stünden.

Ambulante Operateure befürchten erneute Budgetierung

Protest aus den Verbänden: Ambulante Operateure befürchten einen Budgetdeckel für ihre Leistungen.

© Olaf Döring / imago

In der gemeinsamen Stellungnahme der Bundesverbände ambulantes Operieren, der Niedergelassener Chirurgen, der Deutscher Chirurgen, der Deutscher Anästhesisten und der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie heißt es zu den ambulanten OPs: "Ziel muss eine Leistungszunahme im ambulanten Sektor sein."

Die fünf Verbände befürchten, das BMG wolle im Zuge der anstehenden Gesundheitsreform die Vergütung für das Ambulante Operieren budgetieren. Dabei habe der Bundesverband für Ambulantes Operieren (BAO) bereits im April ein Gutachten des Bayreuther Gesundheitsökonomen Professor Peter Oberender zu den wirtschaftlichen Vorteilen des Ambulanten Operierens vorgelegt. "Darin wurde bewiesen, dass durch Verlagerung von Operationen vom stationären in den ambulanten Sektor Millionenbeträge eingespart werden könnten", so BAO-Präsident Dr. Axel Neumann.

Die Verbände protestieren darüber hinaus gegen mögliche einseitige Honorarbegrenzungen bei den Vertragsärzten: "Hierdurch würde eine Ungleichbehandlung im Vergleich zum Ambulanten Operieren im Krankenhaus geschaffen, die dem Gedanken und den Inhalten des Paragrafen 115 b SGB V widerspricht", warnte Neumann. Paragraf 115b regelt das ambulante Operieren in Kliniken.

Ob die Befürchtungen der Verbände eintreten und das Bundesgesundheitsministerium eine Budgetierung beim Ambulanten Operieren plant, konnte am Freitag der "Ärzte Zeitung" nicht bestätigt werden. Ein Referentenentwurf soll laut Ministerium Mitte August vorliegen. Darin sollen die bisher beschlossenen Eckpunkte der Gesundheitsreform konkretisiert werden.

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