Ärzte Zeitung online, 11.10.2010

Kassenärzte-Chef: Kostenerstattung reduziert Zahl der Praxen

BERLIN (dpa). Angesichts der geplanten Einführung einer freiwilligen Vorkasse-Abrechnung von Arztbesuchen rechnet der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit einem Praxis-Sterben. "Ich gehe davon aus, dass sich bei flächendeckender Kostenerstattung die Zahl der Arztpraxen um rund 25 Prozent reduzieren wird", sagte KBV-Chef Andreas Köhler.

Denn eine flächendeckende Kostenerstattung wird nach seiner Ansicht die gesetzlich Versicherten zu einem kostenbewussten Verhalten veranlassen, so dass die Zahl der Arztbesuche zurückgeht.

Dennoch befürwortet Köhler das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), dass die Patienten die Arzt-Rechnung direkt bezahlen und die Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen: "Bislang lastet die Kostensteuerung immer auf dem Arzt. Ich halte es aber für notwendig, dass auch der Versicherte Eigenverantwortung übernimmt", sagte Köhler der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

WHO veröffentlicht die ICD-11

Nach 26 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation die Klassifikation der Todesursachen und Krankheiten auf eine neue Grundlage gestellt. Die ICD-11 ist am Montag veröffentlicht worden. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »