Ärzte Zeitung, 14.10.2010

KV Hessen lehnt Honorarreform strikt ab

KV Hessen lehnt Honorarreform strikt ab

Will mit allen Mitteln gegen die Honorarreform vorgehen: KV-Vize Dr. Gerd W. Zimmermann

© KV Hessen

FRANKFURT/MAIN (ine). Die KV Hessen will die Honorarreform nicht akzeptieren. "Wir werden mit allen vertragsrechtlich und juristisch zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Entscheidung vorgehen", heißt es in einer Mitteilung der KV.

"Wütend" macht die KV-Spitze die ihrer Meinung nach für 2011 geplante "willkürliche Einteilung" der Kassenärztlichen Vereinigungen in drei Gruppen. Die Einteilung richtet sich nach der Höhe des Leistungsbedarfs pro GKV-Versicherten und beinhaltet, je nach Gruppe, 3,46 Prozent, 2,72 Prozent und 1,05 Prozent Honorarzuwachs.

Hessen wird in die Gruppe mit dem niedrigsten Zuwachs einsortiert - das Land liegt mit einem einzigen Euro je Versicherten über der Grenze zur nächsten Stufe mit 2,72 Prozent Zuwachs. "Dieser eine Euro zuviel kostet uns 29 Millionen Euro", erklären die beiden KV-Chefs Dr. Margita Bert und Dr. Gerd W. Zimmermann.

Ihre Kritik: Die KBV habe diese Grenzen willkürlich gesetzt. Die beiden kritisieren auch, dass die Euro-Beträge je Versicherten, also der Leistungsbedarf, auf Basis des Jahres 2008 für das Jahr 2010 hochgerechnet wurden und somit nicht die tatsächliche Entwicklung der Jahre 2009 und 2010 widerspiegeln. Hinzu komme, dass noch Anfang Oktober allen KVen von der KBV eine lineare Steigerung der Honorare um 1,5 Prozentpunkte versprochen worden ist.

Davon sei nun keine Rede mehr. Es solle vielmehr bei dem gesetzlich vorgeschlagenen Zuwachs von 0,75 Prozentpunkten bleiben. "Zusammen genommen ist diese Honorarreform deshalb eine Farce, zu der nun auch noch der Wortbruch hinzukommt", lautet das Fazit der beiden Vorstände.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blindarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

Ein Plädoyer für mehr Medizinstudienplätze!

Medizinstudent Marcel Schwinger ist der Meinung, dass mehr Studienplätze in der Humanmedizin einen hohen Nutzen für die gesamte Gesellschaft haben – und rechnet vor, wie der Nutzen in Zahlen beziffert werden kann. mehr »

Neuer Malaria-Wirkstoff erfolgreich getestet

Eine neue Wirkstoffkombination hat in einer Studie Malaria-Patienten von ihrer Infektion geheilt. mehr »