Ärzte Zeitung online, 16.10.2010
 

Kaplan neuer Kammer-Chef in Bayern

FÜRTH (eb). Bayerns Ärzte haben einen neuen Kammerpräsidenten. Der 69. Bayerische Ärztetag in Fürth wählte am Samstag den bisherigen Kammer-Vize Dr. Max Kaplan zum Nachfolger von Dr. Hellmut Koch, der im August wegen einer Krankheit zurückgetreten ist.

Kaplan neuer Kammer-Chef in Bayern

Dr. Max Kaplan (58) aus Pfaffenhausen ist neue Kammerpräsident in Bayern.

© Bayerisches Ärzteblatt

Der 58-jährige Facharzt für Allgemeinmedizin aus Pfaffenhausen im Landkreis Unterallgäu wurde mit 139 gültigen Stimmen gewählt. 17 der abgegebenen Voten waren ungültig. Einen Gegenkandidaten gab es nicht, hießt es in einer Mitteilung der Landesärztekammer.

Mit Max Kaplan tritt ein waschechter Hausarzt an die Spitze der bayerischen Ärzteschaft. Kaplan wurde 1952 in Memmingen geboren und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Medizin. 1980 legte er Staatsexamen und Promotion ab. Es folgte die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Ottobeuren und Memmingen.

Seit 1985 arbeitet der Vater von zwei Söhnen als Landarzt in Pfaffenhausen. Heute betreibt er dort eine Gemeinschaftspraxis mit einer hausärztlich tätigen Internistin und einem Allgemeinarzt.

Für den Posten des 1. Vizepräsidenten, den Kaplan bislang innehatte, setzte sich die Nürnberger Internistin Dr. Heidemarie Lux durch. Die 59-Jährige ist Vorsitzende des Ärztlichen Bezirksverbandes Mittelfranken und Vorstandsmitglied im Marburger Bund Bayern.

Gegen sie trat der Münchner Internist Dr. Christoph Emminger an. Der 58-jährige Chef des Marburger Bundes in Bayern konnte sich mit 58 Stimmen der Delegierten jedoch nicht gegen die 97 Voten für Lux durchsetzen.

2. Vizepräsident der Bayerischen Landesärztekammer bleibt Dr. Klaus Ottmann. Der Posten des 67-jährigen Urologe aus Ochsenfurt stand nicht zur Wahl.

Kaplan kündigte nach seiner Wahl eine stärkere Politisierung der bayerischen Kammer an. Dies wolle er durch intensivere Kontakte zur Gesundheitspolitik erreichen. Kaplan wolle die Kammer zu einem "Bollwerk" des freien Berufes machen.

Lux will ihre Arbeit der weiblichen Ärzteschaft widmen. Sie plädierte für eine bessere Vereinbarkeit von Arztberuf und Familie, insbesondere während der Zeit der Weiterbildung.

Die verbleibende Amtsperiode für das neue Präsidium dauert bis Januar 2013.

Lesen Sie dazu auch:
Söder: Grenzen bayerischer Solidarität sind erreicht

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