Ärzte Zeitung online, 19.11.2010

Hoppe steht für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung

Der Deutsche Ärztetag muss 2011 in Kiel einen Nachfolger für das Amt des Präsidenten der Bundesärztekammer wählen. Die Kandidaten stehen in den Startlöchern.

Bundesärztekammerpräsident Hoppe will aufhören

Tritt nicht mehr an: Professor Jörg-Dietrich Hoppe

© sbra

BERLIN (vdb/iss). Um die Nachfolge Jörg-Dietrich Hoppes bewerben sich voraussichtlich drei Kandidaten: Hamburgs Kammerpräsident Dr. Frank-Ulrich Montgomery (58), Berlins Kammerchef Dr. Günther Jonitz (52) und der Kammerpräsident in Westfalen-Lippe Dr. Theodor Windhorst (60).

Er habe das Amt des BÄK-Präsidenten zwölf Jahre ausgeübt, das sei genug, sagte Hoppe am Wochenende bei der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". "Die junge Generation hat ein Recht darauf, zum Zuge zu kommen." Auch sein Alter habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt, erläuterte Hoppe, der gerade 70 Jahre alt geworden ist. "Das viele Reisen hat seine Tücken und schlaucht."

Das heutige medizinische Umfeld habe zudem nichts mehr mit den Bedingungen zu tun, unter denen er seine ärztliche Tätigkeit begonnen hat, so Hoppe weiter. "Die Art der Berufsausübung hat sich gewandelt, und ich glaube, dass Jüngere sie besser aktiv nach außen vertreten können." Er habe seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt bekannt gegeben. So hätten die Kollegen, die sich für das Amt interessieren, genügend Zeit sich zu überlegen, ob sie beim Ärztetag 2011 in Kiel ins Rennen gehen, so Hoppe. Seine Amtszeit an der ÄKNo-Spitze läuft bis Ende 2014. "Wenn sie mich nicht rausschmeißen, mache ich auch bis dahin weiter", sagte Hoppe. Die Tätigkeit als Präsident der Landesärztekammer sei nicht so anstrengend wie die auf Bundesebene.

Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" bestätigte unterdessen Bundesärztekammer-Vize Montgomery am Samstag seine Kandidatur. Zugleich begrüßte er, dass seine Kollegen Jonitz und Windhorst ebenfalls bereit seien, das Amt des Präsidenten übernehmen zu wollen.

Bereits vor wenigen Monaten hatte Montgomery im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" seine Vorstellungen über die künftige Arbeit der Bundesärztekammer durchblicken lassen. Danach sollen Bundesärztekammer und Ärztekammern eine führende Rolle bei der Gestaltung der medizinischen Versorgung übernehmen. Man sehe sich hier in der Rolle des Moderators zwischen KVen, Kliniken, Kommunen und anderen medizinischen Fachberufen, sagte Montgomery.

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