Ärzte Zeitung, 22.11.2010

Zahl der Herz- und Krebskranken in Kliniken wird steigen

WIESBADEN (fst). Die demografische Alterung in Deutschland wird den Altersdurchschnitt der Patienten und das Indikationsspektrum stark verändern. Das geht aus am Montag vom Statistischen Bundesamt vorgelegten neuen Modellrechnungen hervor.

Zahl der Herz- und Krebskranken in Kliniken wird steigen

Herausforderung für die Kliniken: Statistiker erwarten eine Verschiebung der Altersdurchschnitts und Indikationsspektrums bei Klinikpatienten.

© INSADCO / imago

Dramatisch sind die Verschiebungen vor allem bei den Hochaltrigen: Die Zahl der Menschen zwischen 80 und 90 Jahren wird bis 2020 um 39,1 Prozent auf etwa fünf Millionen steigen.

Die Zahl der über 90-Jährigen wird sich binnen einer Dekade sogar auf rund 922 000 fast verdoppeln. Entsprechend erwarten die Statistiker, dass sich das Alter von Klinikpatienten nach oben verschiebt. Gegenwärtig sind 13,9 Prozent der Patienten über 80 Jahre.

In zehn Jahren werden es 19,5 Prozent, im Jahr 2030 dann 20,7 Prozent sein. Analog sinkt der Anteil der unter 40-jährigen Patienten von 28,3 auf 24,2 Prozent (2020).

Parallel zum Altersschnitt der Patienten werden sich auch die Krankheitsbilder verändern. Bei einem Status-quo-Szenario erwarten die Statistiker bis 2030 bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Zunahme von 26,2 Prozent im Vergleich zu 2008, bei Krebserkrankungen sind es 16,6 Prozent. In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe sinken die Fallzahlen dagegen um rund 20 Prozent.

Auch die Zahl der Pflegebedürftigen wird der Modellrechnung zufolge steigen: von zurzeit 2,2 auf 2,9 Millionen im Jahr 2020 (plus 29 Prozent) und eine weitere Dekade später auf 3,4 Millionen (plus 50 Prozent).

Dabei gehen die Statistiker davon aus, dass sich die derzeitigen Pflegequoten in den Altersgruppen nicht ändern. Bleiben alte Menschen hingegen länger selbstständig, steige die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf drei statt auf 3,4 Millionen.

Angesichts der demografischen Alterung wird die Zahl der Krankenhausbehandlungen zunehmen, und zwar von 17,9 auf 19,3 Millionen (2030).

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