Ärzte Zeitung online, 26.11.2010

Hausärzteverband gewinnt VV-Wahlen in Bayern

Hausärzteverband gewinnt VV-Wahlen in Bayern

MÜNCHEN (ger). Der Bayerische Hausärzteverband stellt in der nächsten Vertreterversammlung der KV Bayerns mit Abstand die stärkste Fraktion. Das Ergebnis der Wahl ist am Donnerstag von der KV Bayerns (KVB) gemeldet worden.

Wie es in einer Pressemitteilung der KVB heißt, wird die Liste des Bayerischen Hausärzteverbands mit Spitzenkandidat Dr. Wolfgang Hoppenthaller insgesamt 21 Sitze in dem Parlament der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Freistaat besetzen.

Mit Spannung darf jetzt erwartet werden, wie der Hausärzteverband, der derzeit seine Mitglieder ja auch zum Ausstieg aus dem KV-System aufruft, diesen Wahlsieg ummünzen kann, zumal keine Liste eine absolute Mehrheit gewonnen hat.

Insgesamt ist eine starke Zersplitterung bei den Listen zu beobachten. Vor sechs Jahren hatten die beiden führenden Listen - der Hausärzteverband mit 22 Sitzen, die Facharztliste von Dr. Axel Munte mit 21 - allein schon 43 von 50 Vertretern gestellt.

Das sieht nach der Wahl 2010 deutlich anders aus: Zweitstärkste Fraktion ist demnach die von Dr. Andreas Hellmann angeführte Facharztliste Bayern der Berufsverbände (GFB) mit 10 Sitzen. Es folgt die Liste des Bayerischen Facharztverbands mit Spitzenkandidatin Dr. Ilka Martina Enger, die fünf Sitze erreichte.

Jeweils zwei Sitze in der neuen Vertreterversammlung können der Fachverband Freier Hausärzte in Bayern mit Listenführer Dr. Gabriel Schmidt, die Liste Ausgezeichnete Qualität für Arzt und Patient mit dem bisherigen KV-Chef und Listenführer Dr. Axel Munte sowie die Junge Liste für Kinder und Jugendliche mit Listenführer Dr. Roland Ulmer für sich beanspruchen.

Jeweils einen Sitz verbuchten die Ärztinnen und Ärzteliste Bayern mit Spitzenkandidat Dr. Wolf von Römer, Medi Bayern mit Spitzenkandidat Dr. Dr. Alfried Schinz sowie die Liste Sprechende Medizin mit Spitzenkandidatin Dr. Claudia Ritter-Rupp.

Bei den Psychotherapeuten erhielt das Psychotherapeuten Bündnis mit Rudi Bittner an der Spitze drei Sitze und das Aktionsbündnis Psychotherapie mit Ellen Bruckmayer an der Spitze zwei Sitze.

Insgesamt hatten sich über 500 Kandidaten auf elf ärztlichen und vier psychotherapeutischen Listen um einen der insgesamt 50 Sitze in der Vertreterversammlung der KVB beworben - so viele wie nie zuvor. Auch die Wahlbeteiligung im Zeitraum zwischen 16. und 24. November war wieder sehr hoch: Bei den Ärzten lag diese bei rund 70 Prozent, bei den Psychotherapeuten bei rund 80 Prozent. Vor sechs Jahren hatten sich 75 Prozent beteiligt.

Lesen Sie dazu auch:
Hoppenthaller: "Deutliches Votum zum Systemumstieg"

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