Ärzte Zeitung online, 26.11.2010

Hoppenthaller: "Deutliches Votum zum Systemumstieg"

Auch in der neuen Vertreterversammlung der KV Bayerns stellt der bayerische Hausärzteverband die größte Fraktion. Für den Verbandschef Hoppenthaller rückt der "Systemumstieg" näher. Er beansprucht einen Sitz im künftigen KV-Vorstand.

Hoppenthaller: "Deutliches Votum zum Systemumstieg"

Dr. Wolfgang Hoppenthaller: Nicht länger bereit, dem Zwangssystem zur Verfügung zu stehen.

© dpa

MÜNCHEN (sto). Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) ist klarer Sieger der KV-Wahlen in Bayern. Mit 21 von insgesamt 50 Sitzen ist der BHÄV stärkste Fraktion in der neuen Vertreterversammlung der KV Bayerns (wie bereits berichtet).

In einer ersten Stellungnahme wertete BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Hoppenthaller das Wahlergebnis als ein "deutliches Votum der Hausärzte für den Systemumstieg". Die Hausärzte Bayerns seien nicht länger bereit, "diesem Zwangssystem der Körperschaft Kassenärztliche Vereinigung ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen".

Nach dem Wahlerfolg beansprucht der BHÄV jetzt einen Sitz im künftigen Vorstand der KVB. "Diesen Vorstandssitz benötigen wir, um den Systemwechsel, also den Austritt aus diesem Körperschaftssystem, reibungslos zu vollziehen", erklärte Hoppenthaller.

Auch nach dem Systemwechsel wolle man die hausärztliche Patientenversorgung auf dem qualitativ gewohnt hohen Niveau und ohne jegliche Beeinträchtigung fortführen, betonte der bayerische Hausärzte-Chef.

Hoppenthaller: "Um dies zu gewährleisten, ist aufgrund der vielen noch bestehenden Berührungspunkte mit dieser Körperschaft zumindest in den kommenden Jahren eine enge Kooperation dringend erforderlich".

Die konstituierende Sitzung der neuen Vertreterversammlung mit der Wahl des KV-Vorstandes ist für den 22. Januar 2011 geplant.

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